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Die Sehnsucht ist es, die unsere Seele nährt, und nicht die Erfüllung.
Arthur Schnitzler

 

Essen & Ernährung
von B.K.S. Iyengar

Unsere Nahrung und unser Umfeld müssen uns ein stressfreies Leben ermöglichen. Wenn wir mehr Obst und Gemüse essen und unsere Sinne mit Düften, Klängen und optischen Eindrücken nähren, betreten wir den Pfad zu einer gesünderen Lebensweise.

In den Upanischaden, den alten indischen Schriften
aus dem 3. und 4. Jahrhundert v. Chr., wird die
Nahrung in 16 Kategorien eingeteilt: Zehn Gruppen
sind nutzlos, fünf Gruppen irritieren die Geistesenergie,
und eine Gruppe ist für den Verstand
lebenswichtig. Demnach hat die Nahrung positive
oder negative Auswirkungen, abhängig vom Umfeld,
den geografischen und klimatischen Bedingungen
und der Konstitution des Einzelnen. Die Wissenschaft des Yoga schreibt der Nahrung drei Qualitäten zu: Sattva, Rajas und Tamas. Sattva bedeutet »reine
Substanz« und repräsentiert eine ausgewogene,
meditative Wirkung. Rajas ist das Prinzip der Kreativität
und Tatkraft, Tamas heißt »Schwere«. Sattvische Nahrung, zu der Obst und Gemüse zählen, ist rein, vollwertig und frisch. Rajasische Lebensmittel, wie Zwiebeln, Knoblauch und scharfe
Gewürze, wirken anregend. Tamasische Substanzen,
wie Alkohol und Fleisch, sind schwer und schwächend.
Der Begriff »Junkfood« ist noch relativ neu,
aber solche Gerichte sind zweifellos tamasisch.
In der heutigen Zeit muss alles schnell gehen,auch das Kochen und Essen. »Junkfood«, Konserven und fertig verpackte Lebensmittel haben einen negativen Einfluss auf unseren Körper. Nach einer sattvischen Mahlzeit ist unser Geist genauso aufmerksam wie vor dem Essen, aber nach rajasischen oder tamasischen Mahlzeiten ist er benommen und träge. Es ist also gleichermaßen wichtig, den Geist gesund
und den Körper wohl ernährt zu halten. Unsere fünf Sinnesorgane - Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut - sind die Tore zu unserem Geist.

 

 



 


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Um den Geist besser zu regulieren, benötigen die
Sinne die entsprechende Nahrung. Besänftigende
Musik für die Ohren, sanftes, natürliches Licht oder
schöne, friedliche Anblicke für die Augen, frische,
saubere Luft und der Duft von Blumen für die Nase -
all diese Eindrücke nähren den Geist. Die Zunge
braucht nahrhafte, angenehm gewürzte Speisen. Die
Haut soll sauber, weich und geschmeidig sein. Und
schließlich nährt die Entwicklung klarer Gedanken
den Geist.

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Dieser Artikel enstammt dem Buch "Yoga - Der Weg zu Gesundheit und Harmonie"
Veröffentlichung dieses Beitrags mit freundlicher Genehmigung des Dorling
Kindersley Verlags.

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